Leidenschaft – Find your Fire!!

Was ist der Sinn deines Lebens? Ich weiß, jetzt falle ich ganz schön mit der Tür ins Haus. Muss es gleich das große Ganze sein? Du wolltest doch eigentlich nur im Kinderbereich deiner Gemeinde aushelfen, weil da eh so wenige Mitarbeiter/innen sind und brauchst ein paar Ideen, damit du nicht so schnell aufgibst.

Falls das dein Einstieg für dein Ehrenamt ist, dann bist du dort nicht an der richtigen Stelle. Du bist zwar ganz sicher ein guter Mensch, doch Berufung und Feuer für etwas im Herzen zu haben, hört und fühlt sich ganz anders an. Wenn du es trotzdem tust, dann ist das okay, doch vielleicht verschwendest du leichtfertig das, was in dich hineingelegt ist. 

Die Person, von der ich schreibe, war ich selbst. Ich habe einige Zeit im Kinderbereich mitgearbeitet. Ich war Überzeugungstäterin, weil halt zu wenige Mitarbeiter da waren. Doch wenn ich Sonntagmittags heimkam, war ich fix und fertig. Der Dienst hat mir keine Kraft gegeben, sondern enorm Kraft gezogen. Ich war sonntags ein Fall fürs Sofa. Und das als Familienmama mit drei jüngeren Kindern! Du kannst dir vorstellen, dass dann der Familienfrieden oft ganz schön schief hing. Als ich einige Jahre später das Amt der Vorsitzenden eines Trägervereins übernahm, hatte ich mehr Verantwortung und es fielen auch sehr viel mehr Arbeitsstunden an, doch ich fühlte selten eine solche Erschöpfung, denn ich war in meinem Element. Ich war am richtigen Platz und konnte meine Stärken und Fähigkeiten einbringen. Es macht Freude und gibt den nötigen Schub für all meine anderen Aufgaben. 

Wer bei der Arbeit im sogenannten Flow ist, verspürt Leichtigkeit beim Tun und der Energietank für andere Lebensbereiche füllt sich.

Es ist mir bewusst, dass wir immer auch Aufgaben übernehmen, die uns Kraft kosten und die einfach gemacht werden müssen, damit der Laden läuft. Doch ich spreche hier von einer fein austarierten Balance zwischen Sollen, Können und Wollen. 

Falls dein Herz unruhig bei diesem Thema wird, bist du hier genau richtig.

Wir alle wollen Bleibendes schaffen, die Welt für die nächste Generation gut hinterlassen, Visionen bewegen oder Hoffnungsträgerin oder -träger für Menschen mit weniger Chancen sein. Ich rede hier nicht von einem belächelten Gut-Menschen, sondern von Menschen, die dem Sinn des Lebens hinterher spüren!

Die Philosophie aber auch die Religionen dieser Welt befassen sich mit der zentralen Frage, wie sinnerfülltes Leben aussehen kann. Die gute Nachricht ist, dass wir in unserer Kultur frei wählen dürfen und uns in keine Schemata drängen lassen müssen. Wir dürfen selbstbestimmt die Ziele verwirklichen, die wir in uns tragen und uns daran freuen. Viele von uns haben die Schnelllebigkeit unserer Zeit satt und wollen dieser etwas Bleibendes entgegensetzen.

Für was brennt dein Herz? 

Manche Menschen haben ein gutes Gespür für ihren richtigen Platz im Leben. Andere müssen sehr viele Wege gehen, um diese Frage zu beantworten. Oft haben sie viele Begabungen und Fähigkeiten und fühlen sich fast überfordert von der Fülle der Möglichkeiten. 

Falls es dir so geht, möchte ich dich ermutigen, dich auf verschiedenste Weise auszuprobieren. Meine Arbeit im Kinderbereich war keine schlecht investierte Zeit. Ich habe sehr viel über mich gelernt. Durch Ausprobieren bekommen wir ein gutes Gespür für unsere Grenzen. Gleichzeitig entdecken wir Gaben an uns, von denen wir noch nichts wussten. 

Was befeuert dich?

Ein wichtiges Kriterium ehrenamtlicher Arbeit ist, dass sie unbezahlt ist. Geld kann also kein Motivator sein, dich ehrenamtlich zu engagieren.

Es tut uns gut, wenn wir uns darüber klar werden, was unser intrinsischer Motivator ist. Wenn du mit dir ehrlich in medias res gehst, dann bewahrt dich das evtl. vor Enttäuschungen.
Warum tust du, was du tust? Suchst du womöglich Anerkennung durch ein Amt oder Titel oder möchtest du gerne Einfluss nehmen und so Macht ausüben. Willst du Gefallen? Ich möchte dich ermutigen, dich vor dir selbst ehrlich zu machen, damit deine Leidenschaft nicht zu Selbstmitleid führt, wenn deine Erwartungen nicht erfüllt werden. 

Deine Cheerleader!

Ehrenamt ist nichts für Schwächlinge! Kannst du dich selbst motivieren? Wenn nicht, dann bist du in guter Gesellschaft. Such dir ein Unterstützerteam – Menschen, die dich mögen und ehrlich mit dir sind.

Menschen, die dich ermutigen, dich anfeuern, dich begleiten und dich unterstützen, wenn du ein Ohr des Vertrauens benötigst. Umgib dich mit Menschen, die dich hinterfragen und denen du die Erlaubnis zur Korrektur gibst. So gelingt es dir Abstand bei kleinen und großen „Aufregern“ zu gewinnen und wieder einen Überblick zu erhalten. So funktioniert gute Selbstfürsorge! Selbstfürsorge hilft sich zu fokussieren und selbst zu reflektieren, wenn die Leidenschaft nur noch glüht oder vielleicht schon am Verglühen ist. 

Flammen

Aus dem systemischen Nähkästchen geplaudert

Stell dir vor, die Erreichung deines Ziels ist wie das Anzünden eines Feuers.
Du lebst deine Ziele und es fühlt sich an, als hättest du ein tolles großes loderndes Feuer angezündet, das dich wärmt und Licht gibt.

  • Wie ist es dir gelungen den richtigen Platz für die Feuerstelle zu finden?
  • Wie stark soll das Feuer sein, damit es dich wärmt und nicht verbrennt? Wie groß ist der Abstand zwischen Feuer und deinem Sitzplatz?
  • Mit wem würdest du am liebsten um das Lagerfeuer sitzen und von deinen Erfolgen erzählen und deine Pläne und Ziele teilen?  
  • Was benötigst du, um das Feuer am Brennen zu halten? Wie viel hast du davon bereits auf einer Skala von 1 bis 10? Wolltest du dich um einen Punkt auf der Skala verbessern, was wäre nötig? 
  • Gibt es noch andere Plätze, an denen du ein Feuer entzünden möchtest? Wen solltest du gewinnen, der dir hilft, diesen Platz zu finden? 
  • Wer würde aus deinem Umfeld als Erstes merken, dass dein Feuer nicht mehr so stark brennt? Wen würdest du mitnehmen, um Holz zu finden und die Glut neu zu entfachen?

Kleiner Gebets-Impuls:
Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. Philipper 2,13

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